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Willkommen Wanderer in den Weiten des Webs. Tritt ein in das Heiligtum der Musen. Wir haben dieses Reich geschaffen, um unsere Fühler aus dem prallen Leben, das uns trägt und das wir nähren, hinein in die virtuellen Welten auszustrecken. Öffne Dein Herz und begrüsse uns im Pochen Deines Blutes, im Rauschen Deiner Ohren, in den Farben vor Deinen Augen und im Lufthauch auf Deiner Haut. Reiche uns die Hand und begleite uns, wie wir uns mit flüchtigem Kuss anschleichen, verweilen und weiter ziehen. Schau Dir an, was von uns bleibt. Lächeln, Tränen, Wärme, Trauer, Geborgenheit, Lebenslust.
Was singt in Deinem Herzen für uns?

Schleier

Frau, gegrüßet

Janus

Freya

Besonders

Mondfrau

Wildbach

Silbermantel

Zwischen den Welten

Gesang der Hexe

Anrufung

Im schwarzen Brunnen

Dunkle Mutter

Erdtrance

Wassertrance










Schleier
zartest legen sich
schleier über mein dasein
einer feinen schneedecke
gleich bedecken sie
kenntlichkeit
dämpfen das außen

worte wehen in lautlosem
sturm über mein erstarrtes
binnenmeer im innen
webt ein schiffchen seelenruhig:
ein neues lied

von Rea


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Frau, gegrüßet
gegrüßet seist du, frau
die du voll Liebe bist
dein name bleibe geheimnis
deine vielfältigen früchte entstammen
deinem inneren frieden und feuer
deine wunden kamen mit dem dasein
sie werden vergangenheit mit dem
bewußtsein
du frau bist mit den anderen
auf der spirale des Lebens
mittelpunkt deines universums
bitte für dich dir wird gegeben

von Rea

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Janus
da sind löcher im leben schlaglöcher
dort wo ich linearität annahm -
dort wo ich kontinuum vermutete -
windungen drehungen irrungen
rücklings vorwärts janus grinst
gefährlich nah rückt mein inneres an
die kante vor janus grinst immer noch
schrecklich schön

von Rea.

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Freya
sah ich in Freyas abgrundtiefe
augen wie schwarze feuerräder
hielten mich in bann immerda
ist ihr name ihre hand schenkte mir
die kraft meines herzens zurück

von Rea.


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Besonders
wenn das Andere
ins Auge springt
jenes doch gleiche
verbindende verbundene
Unendliche des Lebens
das treibt anzieht mäandriert hebt
und wieder hinabsteigt
das zarte, sanfte, stoische,
beharrende, verzückend liebende
Element
das alles seiende durchzieht.

von Rea.


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Mondfrau
verrücke mich mondfrau
laß mich deinen silbernen
liedern lauschen und unter
deinem zarten anblick
schatten werfen
einstmals versteh ich
deine zauberlieder sing!
abenddrossel ist neidisch auf mich

von Rea.


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Wildbach
unter deinem Tosen ächzen
die gesteine wie gebeine
müd gemahlen
stöhnen sie ihr lied

von Rea.

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Silbermantel
dein silbermantel schützt
mich und mein geschriebnes Wort -
eins sind wir,
gespeist von deiner quelle,
gestärkt im feuer deiner flamme

dir brigid sei dank

von Rea.


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Zwischen den Welten
verbinden sich die Gegensätze
Neues wird geboren.

Zwischen den Welten
wandern unsere Seelen
und suchen Liebe.

Zwischen den Welten
spinnen wir Fäden
lassen uns rufen ins Leben.
Zwischen den Welten
öffnen sich Tore
lassen uns sehen das Licht.

Zwischen den Welten
wartet die Alte
öffnet die Arme für uns.


von Anna Gausmann




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Gesang der Hexe
Manchmal träume ich mich weit zurück.
In eine Zeit, wo Mensch und Tier nichts trennte.
Eule konnt ich werden - Schlange sein.

Mit schwarzen Flügeln reiste ich zur Nacht.
Wie Todesmahnung klingt mein Ruf ins Dunkel.
Furcht vor Finsternis, ich kenn sie nicht.

Zur Schlange sprach ich: "Schenk mir Weisheit.
Zeig mir stille Wunder der Verwandlung.
Laß Neues wachsen unter alter Hülle."

Ihr nennt mich Hexe, Weise, Alte, Drude.
Die Mitternacht ist meine Zauberstunde -
für Leib und Seele weiß ich Heilung.

Manchmal träume ich vom Morgen.
Feuer lodert wieder unterm Dreifuß.
Mein Spruch findet Gehör - neue Zeit beginnt.

von Anna Gausmann



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Anrufung
Frau voll Macht
Wanderin zwischen Welten
Tänzerin auf den Wellen des Lebens
Du hütest den Schlüssel zum Geheimnis der ewigen Wiederkehr
Laß mich deine Wege gehen
Sei meine Begleiterin auf dem Weg zur Mitte
Öffne mir die geheimen Kammern meiner Seele
Lehre mich den Weg des Mondes
Wo hell und dunkel zusammen gehören
Gib meiner Phantasie Flügel
Laß mich aufbrechen zu neuen Horizonten.

von Anna Gausmann



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Im schwarzen Brunnen
Mein Körper ist angefüllt mit Leid.
Hinausschreien möchte ich meinen Schmerz,
aber die Mauer aus verschlossenen Ohren
wirft nur das Echo meiner lautlosen Schreie zurück.

Ich fliehe vor der Wirklichkeit auf den Grund meiner Seele.
Dort, in der Dunkelheit ist meine Zuflucht.
Ich will nicht mehr denken, nicht mehr fühlen.

Aus schwarzen Brunnen wachsen Tränenblumen.
Wo bist Du Gott? Warum hast du deine Augen verschlossen?
Um mich wächst sie wieder, die Wand des Schweigens.
Meine Einsamkeit hat die Gestalt eines Riesen.
Die Dunkelheit wird von dem Blitzen meiner Schmerzen erhellt.

Mein Körper zuckt und krümmt sich.
Ich sehne mich nach dem Schoß meiner Mutter.
Am Ende meiner Kraft denke ich an den Tod.
Meine einzige Hoffnung heißt:

ÜBERLEBEN

von Anna Gausmann



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Dunkle Mutter
Dunkle Mutter, Alte Weise
Zeig mir dein Gesicht.
Führe mich den Weg zur Tiefe
Zu dem Quell, der leise spricht.

Laß mich deine Stimme hören
In der Bäume Flüsterlied.
Hüll mich in den Sternenmantel
Wenn mein Herz nur Dunkel sieht.

Gib mir Träume, die mich führen
In die neue Wirklichkeit.
Schenk mir Frauen, die mich stärken
Denn du weißt der Weg ist weit.

Mondin Mutter, Alte Weise
Zeig mir dein Gesicht.
Viele Pfade ging ich weise
Mir den Weg zurück ins Licht.

von Anna Gausmann



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erde
wiese.
um mich herum summt die luft und der wind streicht sanft über diegräser. es ist frühsommer, mitten am tag. die sonne lächelt und kleine weisse wolken spielen am himmel. die wiese fällt von einem runden hügel sanft ab, und ins tal hinunter läuft ein kleiner pfad. ich gehe ihn entlang.

wald.
im tal stehen birken in einer lichten heide. ihre blätter schimmern silbrig im himmel und ich höre ihr helles rauschen in der luft. ich gehe weiter. im birkenwald stehen nun auch andere bäume und spenden schatten. der wald wird dichter und ich laufe im üppigen grün der wachsenden bäume. immer höher wird das dach über mir. das rauschen der blätter tiefer, ferner. die sonne schickt einzelne strahlen aus gleissendem licht hinab, das hellgrün auf den dunklen waldboden fliesst. die bäume sind jetzt sehr alt. ihre riesigen, knorrigen stämme stehen rings um mich und ich höre die bäume singen. das alte, dunkle, knarrende lied. vor mir in der dämmerung sehe ich ein gleissendes grünes licht. ich gehe darauf zu.

baum.
ich stehe auf einer kleinen lichtung im wald. sie ist umgeben von den ältesten und höchsten bäumen, die ich je gesehen habe. auf der wiese wachsen wilde orchideen und die luft duftet nach honig. mitten auf der lichtung steht ein gewaltiger baum. ich gehe zu ihm und umfasse seinen stamm. meine arme reichen nicht annähernd herum. ich fühle die warme rinde mit meinen händen, mit meinem ganzen körper, der auf das verschlungene wurzelwerk sinkt. kühl fühle ich die erde unter mir. der boden duftet nach harz und zerfall. das lied des grossen baumes schläfert mich ein und ich sinke tiefer und spüre, wie ich unter die erde gezogen werde. ich lasse mich ziehen.

erde.
unter dem baumriesen schlängelt sich ein weg durch wurzelwerk und erde. er ist eng, dennoch habe ich keine angst. ich laufe den gang windung um windung hinab. es ist dämmrig und ich sehe kleine phosphoriszierende nachtfalter an den höhlenwänden sitzen. dann verblasst ihr licht im flackernden roten schimmer eines feuers. die wände des gangs weiten sich vor mir zu einer grossen höhle. von der decke hängen tropfsteine und die wurzeln des baumriesen der weit, weit über mir sein lied singt. auf dem feuer steht ein kessel und neben dem kessel eine frau, die darin rührt.
es muss die göttin sein, denke ich. mutter erde. und ich fühle wie sich meine nackenhaare aufrichten bei dem gedanken IHR zu begegnen.
ich gehe näher. die frau dreht sich zu mir und sieht mir in die augen. es sind meine augen, die mich ansehen. ich sehe mich selbst im kessel rühren.
verwirrt schüttle ich den kopf. was denn, finde ich etwa nur mich selbst hier unten? keine archaische göttin, kein heiliges, kraftvolles wesen der erde? nicht mal ein kleiner schutzgeist?
aber im selben moment sehe ich mich lachen, und ich höre mich zu mir sagen:
du bist die göttin. du bist erde und erde ist du.
es ist warm. die wände der höhle werden weich und rot und von der decke tropft blut. das schimmernde licht des feuers pulsiert mit dem schlag meines herzens. es ist warm und geborgen.
auf dem weg durch den wald hatte ich einige ideen, was ich von dem wesen der erde erbitten würde, wenn es mir hier begegnen sollte. doch nun war all das weg. sollte ich etwa ohne geschenk wieder gehen?
ich sehe mich selbst im kessel rühren und bitte um das erste was mir in den leeren sinn kommt: stärke. ich wünsche mir mehr stärke von mir. und wieder sehe ich mich über mich selbst lachen. und ich höre mich sagen: du bist stark.
dann gebe ich mir einen kleinen salzkristall. erinnere dich daran. erinnere dich an den göttlichen funken in dir und an deine eigene stärke. und ich verspreche es mir.
dann mache ich mich auf den rückweg. als ich den gang hinauf laufe, drücken sich die wände weich und feucht an mich. es ist warm und dunkel. ich winde mich durch den drückenden kanal bis mich gleissendes licht empfängt.
der weg zurück ist leicht. ich könnte jeden einzelnen baum im wald umarmen so gross ist die liebe in mir. die liebe zur erde. und die liebe zu mir.



von Ella, Erdtrance, Elementeworkshop 2006


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wasser

es beginnt still. tautropfen im spinnennetz. funkelt.
rollt vorsichtig auf meinen finger. rund. klar.
bringe ihn an meine lippen. fliesst in mich. fliesst in mein herz.
funkelt da.
kleiner tropfen wasser in mir.
wird grösser. rund. still.
füllt mein herz. herz aus wasser. warm. fliessend.
fliesst in meinen körper. füllt meine brust. füllt meinen bauch. füllt beine. arme.
fliesst in meinen kopf. sanft. dämpfend.
körper aus wasser. wasserhaut. schimmert blau. rund.
rolle über den grund. glätte. schmiege. welle. sanfte mulde.
fliesse hinein. lösend. lassend.
bin pfütze. munter. pflatsch. platsch?
will fliessen. weiter fliessen.
tropft, regnet. werde grösser. bin teich. bin see.
ruhiger see. kieselgrund. silberne fische. quappen am ufer.
schwappen. wellen. kräuseln. strömen. quellen.
am ufer. aufs ufer. schwapp, schwapp. darüber hinaus. und hinab. hinab.
jetzt strömen, strömen. endlich strömen. sprudeln. funkeln.
bin bach jetzt. sprudle wach und hell. klinge über steine.
hopp, hopp. hinüber, herum. plätschernd, klingend, leise singend. murmelnd noch.
gras am ufer, wiese. schilf. blauglänzender eisvogel küsst mich.
schon vorbei.
werde grösser. schneller.
sprudle, fliesse, ströme. schnell und klar. lauter.
um felsen herum. klatschend. schlagend. schäumend.
glänze weiss. wild. im gebirge.
bin jetzt fluss. rausche. bin wild. bin ungezähmt. nage tiefe schluchten in stein.
schleiffe, glätte. beständig. unabänderbar.
ströme weiter. grabe tief. flussbett silberdunkel, erdenklar, sand und steine.
alles wiegt und biegt sich unter mir, treibt in meiner strömung.
nichts wagt sich entgegenstellen. bin mächtig. stark.
flussdrache.
breit, breiter. grabe tief ins land.
schleiffe felsen zu sand. versetze berge.
bringe schlamm. bringe nahrung. bin mächtiger strom. bringer.
veränderer. erneuerer.
gurgle breit und strömend. ehrgebietend.
weiter, weiter nun.
über flaches land. schnell jetzt. erwartungsvoll.
bald, bald.
schmecke schon zart salzige fluten. ahne. winde. sehne mich.
weiter. weiter.
dehne mich. ströme kraftvoll kühl. ströme entgegen. weites glühen am horizont.
wellen kräusseln. wind bläst hinein. wasser spritzt. schäumt. strudelt.
dann weitet sich mein bett. öffnet sich. falle.
tief.
dunkel.
kalt.
still.
.
endlose bläue.
flüstert. seufzt. ruft.
singt leise ozean.
öffne augen aus wasser.
wasser in wasser. bin drache. bin drache aus wasser. schwimme.
schlängle. ströme.
wieder nach oben. oben.
licht.
sonnenlicht im klaren wasser. glänzt. strahlt. wabert.
kitzelt.
schlängle mich.
andere sind da. spiele mit den drachen. kräusle, kitzle, schlängle, winde.
werde gewunden, gekräuselt. umflossen. umströmt.
strudel voller lachen. gluckern. weinen.
wellen funkeln weit weit über mir.
dunkle stille streichelt meinen bauch.
schlängle. ströme. kühl.
ströme tiefer.
rauf, runter. endlose weite. grenzenlos.
blubbern. wallen. warme flüsse in der tiefe.
quellen dampfen da.
halten mich.
wiegen mich.
warm.
fröhlicher abschied jetzt. fröhliches wiedersehen.
zurück ins bett.
bin strom. bin fluss. fluss.
bin bach. bin see.
bin pfütze.
bin körper.
wasser in mir. wassertropfen.
halte ihn fest. fest in meinem herzen.
augen auf.
träne auf meiner wange. funkelt.

von Ella, Wassertrance, Elementeworkshop 2006



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